Was ist Schach ?

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Dass es ein königliches Spiel ist, belegt bereits der Name, denn das Wort „Schach“ stammt vom persischen „Schah“ und heißt übersetzt König. Ist der König doch die wichtigste Spielfigur. Mit seinem Fall ist die Niederlage besiegelt. Das heute bekannte quadratische Brett hat 64 abwechselnd helle und dunkle Felder. Gespielt wird mit je 16 weißen beziehungsweise schwarzen Figuren.
 
Schach entstand wahrscheinlich um 570 nach Christus im Nordwesten Indiens. Allerdings vermuten manche Forscher Ursprünge vor fast 5.000 Jahren in einem Spiel, welches im babylonischen Heldenepos Gilgamesch erwähnt wird. Im neunten Jahrhundert gelangte das Schachspiel von Persien und Arabien nach Spanien. Seit dem elften Jahrhundert ist es auch in Mitteleuropa bekannt Eine Briefmarke Ungarns vom 18. Juni 1974 zeigt eine Miniatur aus dem so genannten Schach-Zabelbuch des spanischen Königs Alfons des Weisen (1252 – 1284)
 
Schach gehörte im Mittelalter zum höfischen Leben und galt als eine der ritterlichen Fertigkeiten, so dass es Bestandteil der Erziehung adliger Söhne war. Literarisch ist beispielsweise festgehalten, dass sich die liebenden Tristan und Isolde unter dem Vorwand eines Schachspiels trafen. Auch die Geistlichkeit fand offensichtlich Gefallen am Denkspiel. Denn der Erzbischof von Canterbury drohte 1291 den geistlichen in Coxford „Wasser und Brot“ an, sollten sie ihr Schachspiel-Treiben nicht beenden.
 
Als stärkster Schachmeister des 18. Jahrhunderts gilt der am 7. September 1726 in Dreux, Frankreich, geborene Francois André Danican Philidor. Während er aber nur inoffizieller Weltmeister war, durfte sich der Österreicher Wilhelm Steinitz durch einen Sieg über Hermann Zuckertort aus Polen 1886 als Erster offiziell „Schachweltmeister“ nennen. Heute gibt es neben dem Titel des Weltschachbundes (FIDE), der im K.-o.-System ermittelt wird, noch den des Schachverbandes der Profis (PCS), bei dem der amtierende Weltmeister gegen einen in Ausscheidungsspielen ermittelten Herausforderer antritt.
 
Was wäre aber die Breitenwirkung dieses Sports ohne jene genialen Denker und Strategen, die auch dem Nichtfachmann geläufig sind? Zu ihnen zählt der Kubaner José Raoul Capablanca (1888 – 1942). Der Weltmeister der Jahre 1921 bis 1927 gehörte zu den ersten fünf Spielern, die von Zar Nikolaus II. zum „Großmeister des Schach“ ernannt wurden. Ein Titel, der nur an Spieler verliehen wird, die mehrere große internationale Turniere gewonnen haben.
 
Der Amerikaner Robert „Bobby“ Fischer, geboren 1943 in Chicago, durchbrach mit seinem Weltmeistertitel eine mehr als zwanzig Jahre andauernde Vorherrschaft osteuropäischer Titelträger. Abgelöst wurde er vom russischen Großmeister Anatoli Karpow. Dieser spielte 1978 im Kampf um die Weltmeisterkrone gegen Viktor Kortschnoi das Spiel mit den meisten Zügen aller Weltmeisterschaften. Sie trennten sich in der fünften Partie nach 124 bzw. 123 Zügen mit einem Unentschieden. Die Sowjetunion nahm die Verleihung des Schach-Oscars – eine Trophäe, die Fachjournalisten Karpow neun Mal zuerkannten – zum Anlass, ihn 1982 sogar mit einer Briefmarke zu würdigen.